Das haekelschwein Blog

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Froschkönig

18.03.2010 01:00

"Mal sehen, ob die Sache mit dem Froschküssen klappt."

"Schmatz!"

(Fotos: @murcielein)

Irrlichter

18.03.2010 00:10

Irr! Lichter irrlichtern irr. Licht!
Was, er war es? War's er und Licht? Wasser und Licht!
Dachte ich nicht. Dachte: ich nicht! Dachte ich, nicht?

Über Twitter und "Ich male meine Follower"

01.03.2010 20:53

Alles Neue polarisiert, ob in Kunst, Literatur oder Kommunikation. Das gilt erst recht dort, wo alle drei Bereiche zusammentreffen, wie es hier der Fall ist.

Um Twitter zu begreifen, muss man zuerst verstehen, dass es ein Medium und nicht ein Inhalt ist. Es liegt am Twitterer, was er daraus macht, genau wie sich zwischen zwei Buchdeckeln Hochliteratur oder ein Teenagertagebuch befinden kann.

Twitter hat zu einer neuen Blüte des Aphorismus, des Aperçus, des Bonmots geführt. Georg Christoph Lichtenberg und Oscar Wilde wären heute Twitterer. Andere Tweetautoren widmen sich der Poesie, der Ultrakurzgeschichte oder der Alltagsmomentaufnahme.

Man muss als Lesender diese Blüten der Twitterwiese wie ein Schmetterling anfliegen, indem man sie in seine Timeline einflicht. Wer nur wie ein Rindvieh das Gras abfrisst, wird dieser Schönheit nicht ansichtig werden.

Zum zweiten muss man verstehen, dass Twitter interaktiv ist. Was der eine schrieb, wird von den anderen bewertet, weitergegeben und kommentiert. Ein direkteres Feedback hat nie zuvor ein Autor gehabt.

Nicht umsonst heißen die Leser eines Twitterers seine Follower, es sind mehr als bloße Rezipienten.

Was nun ist das Besondere an Michaela von Aichbergers Projekt Ich-male-meine-Follower?

Dreierlei!

Zum einen portraitiert sie nicht den Menschen, sondern dessen virtuelle Repräsentation, was anhand der Tweetinhalte, des Symbolbildes oder des Pseudonyms geschieht. Sie interpretiert also frei nach ihrem eigenen Empfinden die Onlinepersönlichkeit ihrer Follower und setzt sie grafisch um. Das ist etwas konzeptionell Neues, das mit traditioneller Portraitzeichnung nur wenig gemein hat.

Zum zweiten nutzt sie ein Medium, das eigentlich nur aus 140-zeichigen Texten besteht, als grafischen Schaffens- und Schauraum, denn ihre Bilder veröffentlicht sie vornehmlich im Internet.

Die realen Ausstellungen sind die dritte Besonderheit, weil sie gleichsam ein Happening darstellen, das die Onlinewelt in die anfassbare Welt holt und es den Twitterern ermöglicht, einander in Fleisch und Blut kennenzulernen und zu sondieren, wie sich die virtuelle Person von der realen und beide wiederum von der gezeichneten unterscheidet. Hier treffen Mensch, Portrait und Twitteridentität aufeinander.

Schriftspielerin

17.02.2010 20:18

Könnte man aus dem Fall Hegemann nicht ein für alle Seiten zufriedenstellendes Geschäftskonzept machen?

Im Musikbusiness ist es schon lange üblich, dass hübsche Frontsängerinnen vor der Kamera rumtanzen, während andere die Musik machen.

Es fehlt der Beruf der “Schriftspielerin”, die gegen Honorar öffentlich als Autorin auftritt - quasi das Gegenteil eines Ghostwriters.

Das nützt der Schüchternheit des Autors, dem Geltungsbedürfnis der Jugend und der Altherrenphantasie des Feuilletonisten. Ergo: $$ für alle!

Worauf kommt es im Leben an?

17.02.2010 12:35

Streng genommen kommt es im Leben auf gar nichts an, weil das Endergebnis immer der Tod ist. Das Leben ist aber angenehmer, wenn man sich die Illusion schafft, dass es entweder ein Leben nach dem Tode gibt, oder dass zumindest das Fortbestehen der Welt nach dem eigenen Tode eine Relevanz hat, obschon man nicht mehr daran teilnimmt.

Bei vielen Menschen entsteht daraus der Wunsch, etwas Bleibendes zu hinterlassen. Meistens sind dies die eigenen Nachfahren oder ein Lebenswerk auf wirtschaftlichem, wissenschaftlichem, karitativem oder künstlerischem Gebiet.

Dieses zu erreichen und dabei möglichst angenehm zu leben, darauf kommt es an. Was als angenehm empfunden wird, ist dabei höchst unterschiedlich und beinhaltet idealerweise, dass man auch seinen Mitmenschen das Recht auf ein angenehmes Leben zugesteht.

Die Frage wurde via Formspring.me gestellt.

Wird sich die Menschheit einst selbst auslöschen?

15.02.2010 22:06

Die Erde wird alle hundert Millionen Jahre mal von einem Meteoriteneinschlag verwüstet, der den Großteil allen Lebens vernichtet. Beim letzten Mal hat es die Dinosaurier erwischt, beim ersten Mal die Trilobiten.

Um nicht ständig wieder von vorn zu beginnen, muss die Natur intelligentes Leben hervorbringen, das sich die technischen Möglichkeiten schafft, um einen erneuten Einschlag abzuwehren. Der Mensch ist das erste Lebewesen, das durch Raumfahrt- und Waffentechnik diese Voraussetzung erfüllt.

Die Kehrseite dieser Entwicklung ist, dass die Natur dadurch erstmals die Fähigkeit zur Selbstauslöschung hervorbrachte. Falls es nicht dazu kommt, ist der Mensch aber die einzige Daseinsinform, in welcher sich die Natur gegen kosmische Katastrophen wehren kann und vielleicht eines Tages sogar auf einen anderen Planeten übersiedeln.

Die Frage wurde via Formspring.me gestellt.

Darf der Staat illegale Steuersünder-CDs kaufen?

06.02.2010 13:11

Es ist bedenklich, wenn der Staat jene Informationen, die er sich legal nicht beschaffen darf, durch die Bezahlung von Verbrechern zu erlangen sucht.

Aus gutem Grund schränken wir die Allmacht des Staates ein, damit dem Bürger ein geschützter Freiraum bleibt, der zwar von Einzelnen missbraucht wird, aber dennoch unabdingbar ist.

Würde sich der Staat nun hintenherum der Dienste von Dieben, Erpressern und Gewalttätern bedienen dürfen, um herauszufinden, welche Straftaten seine Bürger begangen haben, wäre die Einschränkung der staatlichen Allmacht damit aufgehoben.

So sehr ich also den Steuerhinterziehern ihre gerechte Strafe und der Staatskasse ihre Einnahmen gönne, so wenig scheint es mir ein gangbarer Weg, durch Belohnungszahlungen Datendiebe anzustiften.

Der richtige Weg wäre vielmehr, das Problem an der Wurzel zu packen, sodass die Verschaffung von Geld auf ausländische Schwarzkonten oder in Steueroasen gar nicht mehr möglich ist.

Kleine Länder wie die Schweiz oder Liechtenstein können es sich leisten, ihre Gesetze und Steuern so auszurichten, dass die eigenen Banken von Geldflüssen aus größeren Ländern profitieren. Dieses einseitige Anzapfen muss aufhören, denn es unterstützt Steuerhinterziehung in den Herkunftsländern mit dem alleinigen Ziel der Bereicherung des eigenen Landes.

Es ist ein Gebaren, das dem Niedrigsteuerwettbewerb innerhalb der EU gleicht: Manche Mitgliedsstaaten versuchen durch Dumpingsteuern ausländische Konzerne zur Umsiedlung in ihr Land zu bewegen, was bei ihnen Arbeitsplätze schafft, aber anderswo in der EU welche vernichtet. Reichen dann die eigenen Steuereinnahmen nicht mehr aus, beantragt man EU-Hilfen, die von jenen Ländern gezahlt werden müssen, denen man gerade die Konzerne aus dem Land gelockt hat.

Die Staaten müssten einander weniger als Konkurrenten denn als Kollegen betrachten und sich nicht von Konzernen und Millionären gegeneinander ausspielen lassen, weil der Leidtragende im Endeffekt immer der einfache Bürger ist, dem das Freibad und die Bibliothek geschlossen oder die Sozialhilfe gekürzt wird, weil die Staatskassen leer sind.

Meerschwein

01.02.2010 17:13

Die ersten zehn Jahre lang haben die Beinchen meines Meerschweinchens nach unten gezeigt.

Da musste ich auch noch immer Futter nachfüllen. Mittlerweile reicht es, die Fliegen zu verscheuchen.

Terrortweets

01.02.2010 12:00

Können sich die Terrorismushysteriker nicht im Keller verschanzen und uns Andere mit den paar Terroristen in Freiheit leben lassen?

Deutschland opfert jährlich 4500 Verkehrstote für “freie Fahrt”, warum dann nicht ein paar Terrortote für “freies Leben”?

Der Erfolg von Terroristen liegt nicht darin, das Leben der Opfer zu beenden, sondern jenes der Überlebenden einzuschränken.

Die Bombe des Terroristen ist die Pfeife, nach welcher der Sicherheitspolitiker tanzt.

Ende des Archivs

01.02.2010 01:00

Noch weiter zurückblättern kann man nicht, und das alte Blog ist nicht mehr online.