Das haekelschwein Blog

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Effizienzsteigerung

27.05.2011 00:00

„Hochgeehrte Jungfer,

es geschiehet mehr aus wohlgegründeten Ursachen und erheischender Schuldigkeit, als Wohlstands wegen, oder aus Gewohnheit, daß ich Ihnen mein schlechtes, obwohl aufrichtiges Compliment darlege. (...)

Die Güte, (...) welche sie gehabt haben, mich zu versichern, daß es Ihnen nicht zuwider seyn würde, wenn ich die Freyheit nähme, Ihnen meine ergebenste Ehrfurcht zu versichern, bringet Ihnen diese Verdrüßlichkeit zu wege. Bitte demnach, daß Sie solche der besonderen Hochachtung, so ich für Sie habe, und dem brünstigen Verlangen, mich Ihrer Gewogenheit würdig zu machen, beymessen wollen.“

Dieser Musterbrief entstammt einem Konversationsratgeber von 1761. Autor ist Carl Mouton, „seiner Hochfürstlichen Durchlaucht zu Schleswig-Holstein, Bischofs zu Lübeck Secretarium und Hof-Sprach-Meister“.

250 Jahre später schreibt man stattdessen: „HDGDL“.

(Oberes Zitat aus Jürgen Dahl: Neue Sammlung alter Complimente, Frankfurt 1967, S. 24 & 20)

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