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Tweets zur Causa Guttenberg

28.02.2011 22:59

Eine Sammlung meiner Twittermeldungen zur Guttenberg-Plagiatsaffäre in der Reihenfolge ihres Erscheinens:

Armer Guttenberg! Erst musste er den Schock verkraften, dass ein Doktortitel nicht erblich ist, und jetzt gibt's schon wieder Ärger damit.

Immer, wenn sich ein junger Überflieger als protegierter Schummler erweist, lacht irgendwo ein Langzeitstudent.

Ein gekaufter Doktortitel ist ein bisschen wie ein Möbelhausregal voller Buchattrappen anstelle einer Bibliothek.

Diejenigen, die in der Schule von mir abschrieben, verdienen heute auch mehr Geld als ich. Aber ich bin nicht verbittert. Gnarf! Raaarrrr!

Heute: Guttenberg gibt vorübergehend seinen Doktortitel zurück. Demnächst: Diebe geben vorübergehend ihre Beute zurück.

Ob so was 2011 noch klappt? Im Internet kann die Plagiatsbeweise jeder sehen und im TV beteuert Guttenberg seine Urheberschaft.

Sieben Jahre will Guttenberg für die Dissertation gebraucht haben. Also kannte er Strg-C nicht, sondern tippte tatsächlich alles ab.

Deutschlandfunk zur Internet-Häme über Guttenberg: Siehe dazu auch:

Der Unterschied zwischen einem Dr. und einem "Dr." ist, dass man bei Anrede des Letzteren das untere Lid mit dem Zeigefinder herunterzieht.

ist genau die Art von Kinderpornographie, die unsere Politiker gerne zensieren würden.

Das kann man allen Guttenberg-Apologeten vorlesen:

Volksnaher Vergleich: Was würdest du zu einem Tischler sagen, der sein Gesellenstück nicht selbst angefertigt, sondern bei IKEA bestellt hat?

Als nächstes sollte ein SPD-Poltiker des Promotionsbetrugs überführt werden. Ich wüsste zu gerne, ob ihn dann die SPD oder CSU verteidigt.

Das ist wirklich schön: "Eine Person in Fußnoten":  Daran können sich Gegner und Fans auf ihre Weise erfreuen.

Ich hoffe, die Presse sieht in Zukunft genauer hin, aus welchem Holz der Politiker ist, an dem sie sich als Herrgottschnitzer betätigt. Es sollte den Medien eine Lehre sein, dass sie eine lebende Visitenkarte zum Politstar kürten und dann fast nicht mehr loswurden.

Ich glaube, Volkes Stimme pro Guttenberg rekrutiert sich vor allem aus Nichtwählern, die sich sonst nicht am Politikdiskurs beteiligen. Dass Guttenbergs-Fans den Satz "Er machte tolle Politik" nicht begründen können, liegt daran, dass sie sich nicht für Politik interessieren. Guttenberg-Fans sind wohl Unpolitische, die ihn wie einen gedissten DSDS-Kandidaten verteidigen und ein Idol, keinen Politiker, anhimmeln. Anders ist die glühende Verehrung ohne politische Substanz kaum erklärbar. Manche Facebook-Gruppen und SPON-Foren haben Tea-Party-Qualität.

Jetzt, wo Guttenberg weg ist, können wir Twitter ja wieder seinem ursprünglichen Zweck widmen: Ich esse Hähnchengeschnetzeltes zu Mittag.

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