Das haekelschwein Blog

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Krawehl, krawehl!

23.08.2011 20:02

Loriot R.I.P.

Lesung

15.08.2011 20:18

Am 18. August um 20:30 Uhr lesen der @Vergraemer und ich im Kinder- und Jugendtreff Lamme in der Lammer Heide 7 in Braunschweig-Lamme. Für jeden, der diese Ankündigung gelesen hat, herrscht Anwesenheitspflicht.

Rechenaufgabe

13.08.2011 18:25

Vorgabe 1: Hätte Jesus ein Sparbuch mit 1 Cent bei 6% Zinsen angelegt, würde sein Kapital heute mit 14 Erdkugeln aus Gold aufgewogen.

Vorgabe 2: Würden alle Nachkommen einer Stubenfliege überleben und sich vermehren, wäre ihre Masse innerhalb eines Jahres größer als die der Erde.

Frage: Hätte sich Jesus für seinen Cent eine Stubenfliege gekauft, wie viele Insekten besäße er dann heute?

Aus einer anderen Zeit

13.08.2011 18:00

„Wir wollen mehr Demokratie wagen. Wir werden unsere Arbeitsweise öffnen und dem kritischen Bedürfnis nach Information Genüge tun. Wir werden darauf hinwirken, daß durch Anhörungen im Bundestag, durch ständige Fühlungnahme mit den repräsentativen Gruppen unseres Volkes und durch eine umfassende Unterrichtung über die Regierungspolitik jeder Bürger die Möglichkeit erhält, an der Reform von Staat und Gesellschaft mitzuwirken. (...)

Wenn wir leisten wollen, was geleistet werden muß, brauchen wir alle aktiven Kräfte unserer Gesellschaft. Eine Gesellschaft, die allen weltanschaulichen und religiösen Überzeugungen offen sein will, ist auf ethische Impulse angewiesen, die sich im solidarischen Dienst am Nächsten beweisen. Es kann nicht darum gehen, lediglich hinzunehmen, was durch die Kirchen für die Familie, in der Jugendarbeit oder auf dem Sektor der Bildung geleistet wird. Wir sehen die gemeinsamen Aufgaben, besonders, wo Alte, Kranke, körperlich oder geistig Behinderte in ihrer Not nicht nur materielle Unterstützung, sondern auch menschliche Solidarität brauchen. (...)

Der permanente wirtschaftliche und soziale Wandel ist eine Herausforderung an uns alle. Er kann ohne die Initiative des einzelnen nicht gemeistert werden. Die Eigeninitiative braucht jedoch die Unterstützung der Politik. Wir dürfen keine Gesellschaft der verkümmerten Talente werden. Jeder muß seine Fähigkeiten entwickeln können. Die betroffenen Menschen dürfen nicht einfach ihrem Schicksal überlassen werden. (...)

Das Ziel ist die Erziehung eines kritischen, urteilsfähigen Bürgers, der imstande ist, durch einen permanenten Lernprozeß die Bedingungen seiner sozialen Existenz zu erkennen und sich ihnen entsprechend zu verhalten. Die Schule der Nation ist die Schule. (...)

Die finanziellen Mittel für die Bildungspolitik müssen in den nächsten Jahren entsprechend gesteigert werden. Die Bundesregierung wird sich von der Erkenntnis leiten lassen, daß der zentrale Auftrag des Grundgesetzes, allen Bürgern gleiche Chancen zu geben, noch nicht annähernd erfüllt wurde. Die Bildungsplanung muß entscheidend dazu beitragen, die soziale Demokratie zu verwirklichen. (...)

Die Regierung kann in der Demokratie nur erfolgreich wirken, wenn sie getragen wird vom demokratischen Engagement der Bürger. Wir haben so wenig Bedarf an blinder Zustimmung, wie unser Volk Bedarf hat an gespreizter Würde und hoheitsvoller Distanz. Wir suchen keine Bewunderer; wir brauchen Menschen, die kritisch mitdenken, mitentscheiden und mitverantworten. Das Selbstbewußtsein dieser Regierung wird sich als Toleranz zu erkennen geben. Sie wird daher auch jene Solidarität zu schätzen wissen, die sich in Kritik äußert. Wir sind keine Erwählten; wir sind Gewählte. Deshalb suchen wir das Gespräch mit allen, die sich um diese Demokratie mühen.“

Aus der Regierungserklärung Willy Brandts vom 28.10.1969

Bildungslücke

08.08.2011 00:12

Neulich um 15:55 Uhr in einem Regionalexpress. Jugendlicher deutet auf die Bahnhofsuhr und fragt seine Freundin:

"Kannst du erkennen, wie spät es ist?"

"Fünf nach vier."

"Gut, ich komm mit diesen Uhren nicht klar, lieber digital."

Nachlese Anne Will

08.08.2011 00:02

Am dritten Juli 2011 war das haekelschwein bei Anne Will zu Gast. Es saß, ohne Redebeitrag, zwischen Michael Spreng und Anke Domscheit-Berg, die es mit in die Sendung gebracht hatte.

Anke Domscheit-Berg, das haekelschwein, Michael Spreng, Anne Will

Anke Domscheit-Berg, das haekelschwein, Michael Spreng

Nur eine Sendung später verlor Anne Will dann ihren sonntäglichen Sendeplatz, was natürlich nicht beabsichtigt war! Hoffentlich passiert dem Magazin ARD-exclusiv nicht Ähnliches, denn auch dort wird das haekelschwein undercover zu Gast sein, am siebzehnten August um einundzwanzig Uhr fünfundvierzig, wieder an der Seite von @anked.

Steuern oder Schulden

07.08.2011 14:49

Der Staat sind wir. Die Staatsausgaben sind unsere Gemeinschaftsausgaben. Es gibt zwei Wege, wie wir als Staat uns refinanzieren können:

1. Wir leihen uns Geld von Bürgern und Unternehmen, wofür wir ihnen Zinsen zahlen.

2. Wir nehmen unseren Bürgern und Unternehmen Geld weg, das nennt sich Steuern.

Durch den ersten Weg werden die Reichen reicher, weil sie von den Zinsen profitieren, während die Armen nichts zu verleihen haben, aber letztlich ebenso für die Staatsschulden aufkommen müssen.

Der zweite Weg kann gerecht gestaltet werden, indem man die Reichen sehr viel höher besteuert als die Armen, also die Progression verstärkt.

Den ersten Weg sind wir offensichtlich zu lange gegangen, denn die Unternehmen werden immer reicher, während die Staaten sich zunehmend überschulden.

Dass Apple mehr Cash hat als die USA, sollte zu denken geben. Weil Apple das Geld nicht in der Matratze hortet, sondern auf der Bank, verdient es über die Zinsen sogar an den neuen Staatsschulden, welche die USA aufnehmen und mit Steuergeldern und Kürzungen im Sozialbereich abtragen müssen.

Das Geld fließt also von unten nach oben. Das ist vermeidbar, wenn sich der Staat das Geld nicht von den Unternehmen und Reichen leiht, sondern es über Steuern abschöpft.

Auch das Argument, Unternehmen würden den von Steuern verschonten Gewinn reinvestieren, ist durch derart pralle Konzernkassen widerlegt. Käme das Geld aber dem einfachen Bürger zugute, würde er es notgedrungen sofort reinvestieren, nämlich in Dinge des täglichen Bedarfs, und so die Binnennachfrage steigern, was auch den Unternehmen nützen würde.

Gerechtigkeitslücke

05.08.2011 00:08

Einige Zahlen aus dem Büchlein „Manifest des evolutionären Humanismus“:

„Die Einkommenslücke zwischen dem reichsten Fünftel der Weltbevölkerung und dem ärmsten Fünftel lag 1997 bei 74:1, während sie 1990 60:1 und 1930 sogar nur 30:1 betragen hatte. Mittlerweile hat die Ungleichverteilung geradezu groteske Formen angenommen: So verfügen die drei reichsten Menschen der Erde über ein Vermögen, das größer ist, als das Bruttosozialprodukt der 49 am wenigsten entwickelten Länder, die Vermögenswerte der 200 reichsten Personen übersteigen das Gesamteinkommen von 41 Prozent der Weltbevölkerung (also von rund 2,5 Milliarden Menschen!).“

„In der reichen Industrienation Deutschland etwa verfügen die einkommensschwächeren 50 Prozent der Haushalte über weniger als 4 Prozent des gesamten Nettovermögens, die vermögensstärksten 20 Prozent hingegen können rund zwei Drittel des gesamten Nettovermögens auf sich vereinen. Dabei entfallen allein auf das oberste Zehntel der Haushalte 47 Prozent des gesamten Nettovermögens.“

Letztere Zahl kommt in Fernsehtalkshows immer nur dann zur Sprache, wenn es heißt, dass ein kleiner Teil der „Leistungsträger“ unserer Gesellschaft für den Großteil der Steuereinnahmen aufkomme. Kein Wunder, wenn sie auch den Großteil des Gesamtvermögens besitzen.

Mindestlohn

04.08.2011 00:00

Die Festlegung eines Mindestlohns sei eine staatliche Einmischung und widerspreche der freien Marktwirtschaft, wird gesagt. Aber wie soll man es dann werten, dass die unterbezahlten Geringstverdiener allesamt von staatlichen Zuschüssen abhängig sind, weil ihr Dumpinglohn nicht zum Leben reicht?

Ein Arbeitgeber muss einen Vollzeitbeschäftigten so gut bezahlen, dass dieser von dem Verdienten leben kann. Ist das nicht der Fall, sondern braucht der Angestellte zusätzliche Beihilfen, dann lässt sich der Arbeitgeber praktisch einen Teil des Lohnes vom Staat finanzieren.

Ist es etwa freie Marktwirtschaft, dass sich der Unternehmer davon abhängig macht, dass die Solidargemeinschaft seine Arbeiter ernährt? Ohne die staatlichen Sozialleistungen könnten die unterbezahlten Arbeiter ja nicht für ihn tätig sein, da sie nicht genug zum Leben hätten.

To serve or be served

03.08.2011 22:32

To serve or be served

Kann Folter gerechtfertigt sein?

02.08.2011 14:32

Nein, und zwar unter gar keinen Umständen, egal worum es geht.

Intensiv diskutiert wurde diese Frage zuletzt 2002 angesichts der Entführung Jakob von Metzlers und der dem Entführer angedrohten Folter durch den stellvertretenden Frankfurter Polizeipräsidenten.

Man muss sich grundsätzlich klarmachen, dass Folter keine Schuldigen aufdeckt, sondern Schuldige macht. Jeder Gefolterte gibt letztendlich das zu, was ihm vorgeworfen wird, egal ob er die Tat begangen hat oder nicht. Man könnte sich das Ganze also sparen und jeden Verdächtigen sofort verurteilen. Warum wird trotzdem gefoltert? Weil es der sexuellen Erbauung des Folterknechts und seiner Komplizen dient, wir würden also Beamte für ihr Privatvergnügen bezahlen und dazu noch unsere eigenen Mitbürger opfern, wenn wir Folter zuließen.

Auch unabhängig davon sind unsere Staatsbediensteten nicht so vertrauenswürdig, dass man ihnen die Macht über Leib und Leben der Bürger in die Hände legen möchte. Jeder flucht gegen ungerechtfertigte Bußgelder, zu hohe Steuerbescheide und absurde Gerichtsurteile, aber wenn es um Folter und Todesstrafe geht, dann sollen dieselben gescholtenen Staatsdiener plötzlich unfehlbar, weise und gerecht sein?

Im konkreten Falle des entführten Bankierssohnes zeigte sich die Sinnlosigkeit der Folter: Der Entführer hatte seine Tat bereits gestanden und wollte nur den Aufenthaltsort des Opfers nicht nennen, obwohl dessen unversehrtes Auffinden eine große Strafmilderung bedeutet hätte. Der nächstliegende Schluss wäre, dass das Kind bereits tot war, es ging also nur um eine Leiche, nicht um Kindesrettung. Weitere Möglichkeiten waren, dass der Junge noch lebte, der Verdächtige aber den Aufenthaltsort nicht kannte, also gar nicht der Täter sein konnte, oder drittens, dass der Entführer das noch lebende Kind aus reiner, sich selbst schadender Bosheit verdursten lassen wollte. Sogar in letzterem Falle hülfe die Folter nicht, da er bei Androhung einer solchen immer wieder falsche Verstecke nennen könnte, die dann vergeblich überprüft würden, bis er nach einigen Tagen von sich aus die Wahrheit spräche, weil das Kind dann gestorben wäre.

Man darf die Gesetze der Logik und Menschlichkeit auch dann nicht über Bord werfen, wenn es sich um ein besonders abscheuliches Verbrechen handelt, denn die Größe des Verbrechens darf nur die Härte der Strafe beeinflussen, nicht aber die Härte des Verhörs, weil jedermann gleich unschuldig ist, bevor ihm seine Tat nachgewiesen wurde. Ein freigesprochener Terrorverdächtiger hat das Gleiche getan wie ein freigesprochener Diebstahlverdächtiger, nämlich nichts. Wäre es gerecht, wenn man ersteren gefoltert hätte? Wenn ja, warum nicht auch letzteren? Weil Terrorismus schlimmer ist? Aber den haben doch beide nicht begangen, und hätte es einer von ihnen getan, würde er ja entsprechend härter bestraft - nach der Verurteilung! Und wirklich erst dann, denn Dreiviertel der Verdächtigen stellen sich später als unschuldig heraus.

Zu all diesen Fragen bezüglich Folter und Terrorbekämpfung gibt es ein neues Buch von Friedrich von Spee, in welchem er auch darlegt, dass es unlogisch sei, Terrorverdächtigen das Recht auf Verteidigung zu beschneiden, wie in Guantánamo, während jedem Diebstahlverdächtigen, der doch eine viel geringere Strafe zu erwarten hätte, alle Rechte zugestanden würden. Das Werk ist allerdings nur dann wirklich neu, wenn man eine kleine Korrektur vornimmt und das Wort "Terrorismus" im Text dort einsetzt, wo jetzt noch "Hexerei" steht in dem Buch von 1632.

Aus meinen Tweets im Juli 2011

31.07.2011 22:22

Der Weg ist oft das Ziel nicht wert.

Was man nicht im Hirn hat, muss man in der Brieftasche haben.

Schönsaufen funktioniert nicht, ich hab das mal vorm Spiegel getestet.

Ich habe ja immer nur aus Verlegenheit Sex, wenn ich nicht weiß, was ich mit jemandem reden soll. Im Fahrstuhl ist das besonders lästig.

Meine Wohnung wäre viel geräumiger, wenn die Wände nicht so nah beieinander stünden. Ein Lapsus des Architekten!

Ich werde jetzt einen Döner essen und dann in den Waschsalon gehen. Aber der Zusammenhang ist nicht so direkt wie es sich anhört.

Beim Duschen habe ich immer die besten Ideen, kann aber hinterher meine aufgeweichten Notizzettel nie lesen.

Es gibt kein Real Life, nur ein Nahleben, das sich auf den Umkreis des Körpers beschränkt, und ein Fernleben, das den Geist entgrenzt.

„Die Welt ist alles, was nicht fail ist. Worüber man nicht in 140 Zeichen sprechen kann, darüber muss man schweigen.“ (Ludwig Twittgenstein)

Ich habe mir einen weichen Hammer gekauft. Dann tut es nicht so weh, falls ich mir auf den Daumen schlage.

Es gibt zwei Arten alter Sozis: Die einen sind in der SPD geblieben, die anderen sind Sozialdemokraten geblieben.

Wusstet Ihr, dass man Hamster aufblasen kann, wenn man sie vorne zuhält und hinten hineinpustet? Der Hamster auch nicht!

Habe einen Fliegenfänger erfunden! Ist ein achtbeiniges Gerät, das man in Zimmerecken aufhängt, wo es selbsttätig ein Fangnetz aufspannt!

Ihr könnt es nicht wissen, aber ich bin so attraktiv, dass regelmäßig Sextouristinnen aus Thailand an meine Tür klopfen!

Eigentlich ein glücklicher Zufall, dass immer einige Menschen gleichzeitig leben und nicht alle nacheinander, das wäre viel langweiliger!

Ich esse ja lieber Jägerschnitzel als Schweineschnitzel. Irgendjemand muss doch was gegen diese schießwütigen Halunken tun.

Bevor es Lichtschalter gab, musste man abends die Wände schwarz streichen und morgens weiß.

Das große Religions-Quiz

29.07.2011 12:47

Aus welcher heiligen Schrift einer Weltreligion stammen diese Zitate?

Religion A:

Jesus, Maria und Heiliger Geist:
„Dann wird Gott sprechen: ‚O Jesus, Sohn der Maria, gedenke Meiner Gnade gegen dich und deine Mutter, als Ich dich mit dem Heiligen Geist stärkte, auf daß du reden solltest zu den Menschen in der Wiege und als Erwachsener...‘“

Offenbarung:
„Siehe, Wir haben dir Offenbarung gegeben, wie Wir Noah Offenbarung gaben und den Propheten nach ihm, und Offenbarung gaben Abraham und Ismael und Isaak und Jakob, und den Stämmen und Jesus und Hiob und Jonas und Aaron und Salomo; und wir gaben David den Psalter.“

Moses und die Gesetzestafeln:
„Er sprach: ‚O Moses, siehe, Ich habe dich erwählt vor den Menschen durch Meine Sendung und Meine Zwiesprache. So nimm, was Ich dir gegeben, und sei einer der Dankbaren.‘ Und Wir schrieben für ihn auf die Tafeln eine Ermahnung in betreff aller Dinge und eine Erklärung für alle Dinge.“

Religion B:

Kopftuchzwang:
„Eine Frau aber, die betet oder prophetisch redet mit unbedecktem Haupt, die schändet ihr Haupt; denn es ist gerade so, als wäre sie geschoren. Will sie sich nicht bedecken, so soll sie sich doch das Haar abschneiden lassen! Weil es aber für die Frau eine Schande ist, daß sie das Haar abgeschnitten hat oder geschoren ist, soll sie das Haupt bedecken.“

Schweinefleischverbot:
„Nur diese dürft ihr nicht essen von dem, was wiederkäut und gespaltene Klauen hat: (...) das Schwein, denn es hat wohl durchgespaltene Klauen, ist aber kein Wiederkäuer; darum soll es euch unrein sein. Vom Fleisch dieser Tiere dürft ihr weder essen noch ihr Aas anrühren; denn sie sind euch unrein.“

Drakonische Strafen:
„Jeder, der seinen Vater oder seine Mutter verflucht, wird mit dem Tod bestraft.
Wenn ein unberührtes Mädchen mit einem Mann verlobt ist und ein anderer Mann ihr in der Stadt begegnet und sich mit ihr hinlegt, dann sollt ihr beide zum Tor dieser Stadt führen. Ihr sollt sie steinigen und sie sollen sterben...“


Auflösung:

Die oberen Zitate unter A enstammen dem Koran (Sure 5, 109; Sure 4, 163; Sure 7, 144-145), die unteren Zitate unter B entstammen der Bibel (1. Korinther 11; 3. Mose 11; 3. Mose 20 und 22). Für beschädigte Vorurteile kommt meine Haftpflichtversicherung in vollem Umfang auf.

Ein Schwank aus meiner Jugend

27.07.2011 00:15

Der spannendste Urlaub meiner Kindheit, wenn nicht überhaupt, war 1986 unsere Reise nach Thüringen. Das sind auch die einzigen Tage meines Lebens, über die ich Tagebuch geführt habe.

Die erste Empfindung war eine Art wohliger Grusel angesichts der scharfen Grenzkontrollen und der Menschen mit Maschinengewehr, die ich hier und da im Stadtbild sah.

Beim ersten Einkauf stellte sich eine Faszination ein angesichts all der fremden Produkte, aber auch Wiedersehensfreude, wenn ich eine Süßigkeit entdeckte, die ich aus Weihnachtspaketen kannte.

Meine Thüringer Verwandten kauften eine winzige Dose Mandarinen für 12 Mark, ein Luxus, den sie sich zur Feier der Schuleinführung gönnen wollten. Ich konnte diesen Preis ebenso wenig begreifen wie die wenigen Groschen, die man andererseits fürs Kino oder Freibad zu zahlen hatte.

Als ich in einer Gaststätte die Tür zum WC öffnete, stand ich plötzlich im Garten. In Sichtweite war ein Holzschuppen und darin ein Donnerbalken. So was kannte ich nur aus Erzählungen meiner Oma.

Über Nacht klaute man uns die Ford-Embleme vom Auto. Vermutlich zum ersten Mal hatte mein Vater das Gefühl, sein Granada-Kombi sei ein begehrter Luxuswagen.

Die Wohnung unserer Verwandten war moderner als unsere eigene, aber insgesamt machte die DDR auf mich den Eindruck einer BRD der 60er-Jahre, und das fand ich toll - wann hatte man schon mal die Gelegenheit zu einer Zeitreise?

Da ich ohnehin sehr nostalgisch veranlagt bin, nahm ich mir vor, mein Rentenalter in Ostdeutschland zu verbringen, denn ich dachte mir, dass dort dann alles so aussehen müsse, wie ich es aus meiner Lebensmitte gewohnt wäre. Diesen Plan habe ich zwischenzeitlich aufgeben müssen.

Insel

26.07.2011 00:08

Insel