Das haekelschwein Blog

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Das Fredbuch

22.08.2012 18:17

Es ist mal wieder Zeit für eine Buchkritik. Ich merke das an meinem Wecker, der immer dann klingelt, wenn ich aufwachen soll, und Rezensionen schreibe ich nur wach.

Heute bespreche ich ein grünes Buch mit einer dicken Fledermaus in einem Stringtanga. Aber was ich dabei anhabe, ist vielleicht gar nicht so wichtig.

Die Fledermaus ist wortgeschichtlich einfach die flatternde Maus, im Englischen heißt sie flittermouse, wenn man das allzu prosaische bat vermeiden will. Wer sähe nicht gerne einen Kinoblockbuster über den Flittermouseman?

Ein anderer Titan in Fledermausgestalt, noch dazu adlig, ist Fürst Frederick fon Flatter. Jener wackre Geselle treibt seit nunmehr sieben Jahren sein Unwesen auf fonflatter.de.

Dieser Comic unterscheidet sich von schlechten dadurch, dass er gut ist, und von bunten dadurch, dass er schwarz-weiß ist. Das Einmalige aber ist seine spezielle Art des Humors, die sehr stark auf Wortspiele setzt, welche manchmal geradezu an Chiffren grenzen. Auch philosophische Fragen kommen nicht zu kurz und erfrischende Kalauer dürfen ebenso sein.

Man tut gut daran, Frederick ins tägliche Comic-Menü aufzunehmen, auch wenn dieses schon kalorienreich bestückt ist, denn er bedient eine ganz eigene Facette des Komischen, die anderswo zu kurz kommt, und ist mithin eine ideale Ergänzung.

Am ehesten vergleichbar ist er noch mit Calvin and Hobbes oder den Peanuts. Eine Freude für Freunde des geistreichen, versöhnlichen Humors.

„Ich liebe es, den Tag langsam ausklingen zu lassen.“ – „Aber der Tag hat gerade angefangen!“ – „Das meine ich mit langsam!“ (S. 37)

„Meine neue Diätidee: Immer, wenn ich etwas essen will, werfe ich eine Münze … Kopf! Das bedeutet, ich darf etwas essen!“ – „Und was hätte Zahl bedeutet?“ – „Nochmal werfen.“ (S. 17)

„Schlechte Laune kann gar nicht so schlimm sein, wenn man Schachteleulen daraus basteln kann!“ (S. 61)

Viele seiner Comicstrips würden auch als Tweet funktionieren, aber zu unser aller Vergnügen macht sich Bastian Melnyk die Mühe, seine Texte einer mopsigen Feldermaus und einem kugeligen Käfer in den Mund zu legen. Blättert man die Homepage von 2005 bis heute durch, erkennt man, wie er seinen Stil Jahr für Jahr perfektioniert hat und um 2010 das heutige zeichnerische Niveau erreicht.

Diese Entwicklung der Kunstfertigkeit ist bei täglichen Comics immer spannend zu beobachten, man vergleiche etwa den ersten Garfield-Comic mit dem heutigen oder Dilbert einst und jetzt.

Aber mein lieber Freund und Kupferstecher, mag nun jemand einwenden wollen, warum soll man überhaupt 14 Euro zahlen, wenn man sich Hunderte der Comics kostenlos auf der Homepage ansehen kann? Na, gerade deswegen! Weil es schön ist, wenn man eine frei gewährte Leistung endlich mal honorieren darf. Und das gilt auch für andere Blogs, in welche die Betreiber viel Arbeit investieren, um uns regelmäßig Neues zu bieten.

Wir sollten Blogs weniger als wilde Blumenwiese betrachten, sondern als Beet zum Selberpflücken, neben dem ein Holzkasten steht, wo man Münzen einwirft, wenn man sich einen bunten Strauß geschnitten hat.

Dazu gehört es, auf Flattr-Buttons zu klicken, aber auch mal die Bücher eines Bloggers zu kaufen, zumal gerade die Buchform eines Blogs oder Webcomics ideal zum Verschenken ist, während ein Notizzettel mit der Internetadresse weniger Freude bereitet.

Nun hätte ich beinahe viertausend Wörter geschrieben, ohne einmal zu erwähnen, dass ich Single bin. Man muss nämlich wissen: Eigentlich mache ich diese Buchbesprechungen nur, um Frauen kennenzulernen. Ich habe mir sagen lassen, die läsen gerne. Wäre dem nicht so, würde ich alles hinschmeißen und Lokomotivführer werden. Aber nicht aus Sentimentalität, sondern um die ständigen Verspätungen zu beheben. Die liegen nämlich daran, dass sich die Zugführer zu eng am Gleisverlauf orientieren. Ich kenne da ein paar Abkürzungen!

Aber was rede ich, kaufen Sie das Fredbuch!

Man lese auch meine anderen Rezensionen.

Aus meinen Tweets der 33. Kalenderwoche 2012

19.08.2012 23:59

In der Zeitung steht, der durchschnittliche Göttinger sei 40,7 Jahre. Ich glaube, den habe ich schon mal getroffen! 

Nur 0,0008 Prozent der Göttinger Bevölkerung liegt in meinem Bett. Mittelfristig strebe ich 0,0016 Prozent an.

Wo jemand mit einem Motorrad im Löwenkäfig durch brennende Reifen springt, gibt es immer jemanden, der über die versengten Haare lacht.

Bei der Jagd auf Assange geht es doch bestimmt um Sexualdelikte; kann mir nicht denken, dass da noch was Politisches im Hintergrund läuft.

Habe einen Ghostwriter eingestellt. Hat leider auch eine Schreibblockade. Machen einander jetzt lustige Frisuren mit Gummibändern.

Interview

16.08.2012 19:28

In einem schonungslosen Interview bei tamtam Berlin gibt ein haekelschwein seine letzten Geheimnisse preis.

Hi-Fi-Schwein

15.08.2012 01:46

Dass ein haekelschwein unerlässlich ist für wahren Musikgenuss, kann man nicht nur in unseren Spots nachlesen, sondern es wurde bereits im Jahre 2003 von der Zeitschrift analog aktuell erkannt, die auf den Seiten 18 bis 19 ihres Magazins unser Rosa Klangwunder einem kritschen Test unterzog.

Aus meinen Tweets der 32. Kalenderwoche 2012

11.08.2012 17:10

Manchmal esse ich einen Keks, genieße die Vorkriegsjahre im Unwissen, dass es welche sind, und bürste mir das Haar.

Werden die Olympischen Spiele eigentlich von Dürrenmatt gesponsert oder warum tragen so viele Sportler gelbe Schuhe?

Außer Olympia & Paralympics sollte es noch Wettkämpfe zwischen zufällig ausgewählten untrainierten Stadionbesuchern geben. Würde ich gucken.

Worüber unsere Regierung immer besonders lange nachdenken muss: Den Armen zu geben (H4-Erhöhung) und den Reichen zu nehmen (Vermögensabgabe).

Man sagt übrigens nicht mehr „tote Hose“, sondern „mehrjährige Postkoitalphase“.

Auf meinem Einkaufszettel: Wasser, Brot. Diesmal beobachte ich ganz genau, wann sich die Schokolade dazwischenmogelt.

Manche meiner Tweets waren eigentlich 200 Zeichen lang. Den Teil mit der Pointe habe ich dann weggelassen.

Dass meine privaten Mailantworten so lange brauchen, berücksichtigt schon, dass Frauen eine längere Lebenserwartung haben als ich.

Ausgetrunkene Getränketüten am Straßenrand verstehe ich ja noch. Aber welche Autofahrer werfen diese ausgelutschten Igel aus dem Fenster?

Warum schlafen junge Götter überhaupt?

Die Welt verdirbt den Charakter.

Auto

11.08.2012 17:06

Die Kiste springt mal wieder nicht an!

Aus meinen Tweets der 31. Kalenderwoche 2012

05.08.2012 23:59

Falsch: „Bin ich zu schwer?“ - Richtig: „Bin ich zu schwierig?“

Endlich gilt auch für Eichhörnchen: Sozialhilfe nur gegen Entwürdigung!

„Ein schönes Parfum tragen Sie da, was hat denn die Zweiliterflasche gekostet?“

Bis ich die Weltherrschaft innehabe, werde ich jeden Abend Nüsse essen. So ist der Plan.

Eine Auswahl der Lieblings-Twitteraccounts von Promis. Danke an @sixtus für die Empfehlung!

Erstaunlich, wie oft man Hausnummern von Kunden googeln muss. Dabei könnten die doch einfach vor die Tür gehen und selbst nachsehen.

Dass sich der Schuhcremebart nie modisch durchgesetzt hat, will mich oft wundernehmen.

In meiner Freizeit bin ich auch gerne mal attraktiv.

Kaminsims. Nur das Wort: Kaminsims. Kann ein deutsches Wort weniger deutsch aussehen?

Gibt es eigentlich Frauen mit Stützrädern? Ich glaube, ich muss erst mal wieder ein bisschen üben, um nicht ständig auf die Nase zu fallen.

So, der Spinat ist aufgegessen, wie lange muss ich jetzt warten, bis der Bizeps wächst?

Ich bin kurz davor, niedlich zu gähnen. Natürlich, ohne meinen Nimbus herber Männlichkeit auch nur ein Jota zu trüben.

Ich finde, das Wichtigste in einer Zweierbeziehung ist, dass man sich irgendwo notiert hat, mit wem man sie führt.

Frauen wünschen sich intelligente selbstbewusste Männer. Ich wünsche mir dicke dünne Frauen.

156 Stunden Proust

04.08.2012 16:55

Zwischenfazit meiner Proust-Lektüre: Es passiert gar nichts, aber das wird wunderbar beschrieben. Ich muss Weitschweifigkeit neu definieren.

Als Kafka-Fan Proust zu lesen, ist anfangs so, wie aus einem Fabrikloft in ein Barockschloss umzuziehen, aber man fühlt sich bald heimisch. Jemand müsste mal Kafkas „Prozess“ im Stile Prousts neu verfassen. Das wären sicher amüsante zweitausend Seiten.

Produkttest

02.08.2012 13:33

Ich hatte ursprünglich einige Produkttests und Rezensionen fürs Blog geplant, bin aber in arge Zeitnot geraten, weshalb ich sie kurz in einem einzigen Beitrag abhandeln will.

Das Gehäuse ist äußerst formschön und von einer geometrischen Stringenz, die Bauhauseinflüsse nicht verleugnen kann, aber die aromatischen Obertöne kommen erst voll zur Geltung, wenn man einen Bissen im Munde zergehen lässt, wenngleich die letzten vierzig Seiten eher langweilig sind und sich mühsam einem vorhersehbaren Schluss entgegenquälen, doch die neckischen Applikationen am Revers entschädigen für den allzu dünnen Leinenstoff, schließlich kommt es im Endeffekt nur auf gute Verbrauchswerte und einen praxistauglichen Kofferraum an.

Ich habe jetzt auch keine Muße, die Amazonwerbelinks einzufügen, überweist mir einfach fünf Prozent Eurer Monatsausgaben. Falls Ihr selbst ein Produkt verkauft, das ich hier besprechen soll, schickt es in einem großen Karton und füllt den Leerraum mit Geldscheinen.

Querverweis

02.08.2012 13:23

In meinem Zweitblog Simple Sachen steht was über Computer-Zukunftsvisionen und über mittelalterliche Universitätstopographie sowie über Prüfmenschen.

Aus meinen Tweets der 29.-30. Kalenderwoche 2012

29.07.2012 23:59

Ich bin so ein harter Kerl, bei Regen nehme ich keinen Schirm mit, sondern einen Trichter!

An Modefotos stört mich, dass die Models nicht so schön sind wie ich. Die Ungewissheit bleibt, ob die Klamotten an mir nicht besser aussähen.

Ein Zufall, dass es immer die anderen Religionen sind, denen man aus rein humanitären, weltanschaulich neutralen Gründen was verbieten muss.

Kennt Ihr auch diese Angst, nicht exzentrisch genug zu sein? So ein Jägerzaun ist schneller ums Haus gewachsen als man denkt!

Ich weiß jetzt endlich, was ich mal werden will: produktiv!

Ich habe meine Laseraugen noch nie benutzt, womöglich habe ich gar keine!

Ich weiß gar nicht mehr, welche Kopfkissenseite schon leergeträumt ist.

Die Idee, während Zugfahrten ins Internet zu wollen – wie fremd muss sie den Bahn- und Mobilfunkmanagern in ihren schwarzen Limousinen sein!

Immer, wenn ich bete, schlägt sich Gott mit der flachen Hand vor die Stirn und brüllt: „Das hättest du schon längst selbst machen können!“

Ich muss noch viel stupsiger werden, vor allem um die Nase herum.

Meine Schönheit muss irgendwann in diesem Jahr ihren Zenith überschritten haben, und ich vergaß, ein Foto zu machen!

Ich stehe mittlerweile so weit über den Dingen, dass ich schon gar nicht mehr weiß, um welche Dinge es sich handelt.

Dass etwas bewährt sei, bedeutet oft, dass es keine guten Gründe dafür gibt, es aber den Etablierten nützt.

Wer mir aus den falschen Gründen zustimmt, gibt mir unrecht.

Draht

20.07.2012 12:44

Gefängnismauer

Aus meinen Tweets der 26.-28. Kalenderwoche 2012

15.07.2012 23:59

Meine Superkraft ist es, nicht über verpasste Chancen nachzudenken.

„Kennen wir uns nicht irgendwo her?“ - „Nein, da war ich noch nie.“

Ich weiß manchmal gar nicht, ob ich schon alle attraktiven Stellen an mir entdeckt habe!

„Das Licht hast du selber ausgeschaltet, ich sage dir nur, dass es dunkel ist.“

Ich finde es aufdringlich, wenn Frauen weniger als 100 km von mir entfernt wohnen.

Ich trage zum Spinatessen ein grünes Polohemd. Ha, damit hat der liebe Gott nicht gerechnet, Strike! Auf Spinat & Tomatensoßen sollte neben den Inhaltsstoffen auch die RAL-Farbe angegeben sein, damit man sich passend kleiden kann.

Habe mal ausprobiert, wie lange man einen Cordhut tragen kann, ohne Parksünder zu melden oder Kinder vom Rasen zu scheuchen. 7 Minuten.

Toll, was sich momentan bei Tablets und Handys tut. Die spannenden Homecomputer-80er-Jahre sind wieder da nach langer Windows-Starre. Aber wie sich die Zahlen geändert haben: 1987 verkaufte Atari 120.000 Stück des sehr erfolgreichen ST. So viele iPads verkauft Apple pro Tag.

Ich habe 1993 Nostradamus gespielt, um die Computerbranche im Jahre 2008 vorherzusagen.

Dass Humor nicht übermäßig individuell ist, sieht man an den glänzenden Brustwarzen der Bronzedamen um den Neptunbrunnen.

Ein Tourist, der mit seinem iPad fotografiert. Ich frage mal, ob ich ihn mit der Kamera meines 17-Zoll-MacBook-Pro knipsen darf.

Ich habe Übergang zu den Zügen des Nah- und Fernverkehrs. Sagt der Schaffner. Ich war mir dieser Eigenschaft gar nicht bewusst.

Auf Seite 4 der NWZ: „Im Grunde jedoch verfolgt Acta berechtigte Ziele: Geistiges Eigentum braucht Schutz.“ Und 5 Tweets ohne Urhebernennung. Die Rubrik „Darüber spricht man im Netz“ der Nordwest-Zeitung ist quasi ein Twitter-Pressespiegel ohne Quellenangaben.

Ich schwitze auch dann und wann mal, wenn es gerade ins Gespräch passt und nicht als aufdringlich empfunden wird.

Meine Geheimidentität als Real-Life-Inhaber mit sozialen Kontakten beeinträchtigt meine Twitterei!

Ein Foto neugeborener haekelschweine, noch blind im Nest.

Nutzloses Wissen: Männer, die sich von ihrer Frau verprügeln lassen, wurden im Mittelalter bestraft, indem man ihnen das Hausdach abdeckte.

Die Anwendungsmöglichkeiten meines Geschichtsstudiums beinhalten „Wussten Sie eigentlich…“-Sätze auf Cocktailpartys.

Schön am 20. Abitreffen gegenüber dem 10. ist, dass man berufliche Erfolgsprahlerei kontern kann mit: Mag ja sein, aber ich hab volles Haar!

Wenn Altersheime am Stadtrand gebaut werden, muss ich immer an Hunde denken, die auf Autobahnparkplätzen ausgesetzt werden.

Meine Naturbejahung ist durch einen Wespenstich in eine empfindliche Schieflage geraten.

Merksatz: Wann immer sich der Spießbürger für Frauen- und Kinderrechte einsetzt, geht es nicht um Frauen und Kinder, sondern gegen Muslime.

„Ich teile Ihre Meinung, möchte sie aber nicht aus einem bigotten Mund wie dem Ihren hören!“

Wenn religiöse Riten generell als optional empfunden würden, gäbe es im Christentum wohl auch keine Nottaufe.

Meine Prognose: Falls das mit dem Beschneidung-Verbieten nicht klappt, wird jemand eine Pflicht zum Schweinefleischessen vorschlagen.

Wenn ich Kopfschmerzen habe, kann ich nicht rechnen. Sonst auch nicht, aber dann tut mir wenigstens der Kopf nicht weh.

Diese Sache mit dem Schlafen ist irgendwie noch nicht ganz ausgereift. Mir fehlen da Anreize und die intellektuelle Herausforderung.

Tipp: Einfach mal in was Bequemeres schlüpfen. Göttingen zum Beispiel.

Der Landgericht-Hamburg-Disclaimer ist die Handy-Gürteltasche des Webdesigns.

Lesung am 2. Juli

27.06.2012 18:47

Wer?
@Vergraemer und @Schlenzalot und @Arschhaarzopf sowie
Erasmus von Meppen und Dirk Bernemann und @haekelschwein

Was?
Texte vorlesen, über China erzählen, Schweine verkaufen, räuspern.

Wann?
Am Montag, den zweiten Juli um zwanzig Uhr.

Wo denn?
Im 4010 Telekom Shop, Alte Schönhauser Straße 31, 10119 Berlin-Mitte.

Wie viel? Kostenlos.

Warum? Macht Laune.

Warum nicht? Eben.

Tweet-Archiv

27.06.2012 14:47

Meine Twittermeldungen seit August 2010 sind jetzt im Blog archiviert in Form monatlicher oder wöchentlicher Zusammenfassungen. Und die besten Tweets vom Februar 2009 bis Juli 2010 könnt Ihr thematisch geordnet in meinem formidablen Tweetbuch nachlesen.