Das haekelschwein Blog

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Shelfie

23.11.2013 22:29

Blick ins Endlose|View into infinity

Haiku

07.11.2013 22:17

Ein Buch im Herbstlicht,
seine Blätter erfreuen
wie jene des Baums.

Durchnässte Schuhe
auf der Parkbank neben mir,
Wind in den Socken.

Eine Flasche rollt
über den Kiesweg, doch ich
bin nicht auf der Jagd.

Aus meinen Tweets der 43.-44. Kalenderwoche 2013

03.11.2013 23:59

In meinem vorigen Leben war ich einer dieser Deppen, die an Wiedergeburt glauben.

Früh erkennt man, ob ein Kind später Texte mit Fußnoten lesen wird oder mit Altersangaben hinter Personennamen.

Wenn Merkel gewusst hätte, wie schlecht wir sie vor Überwachung schützen, hätte sie uns bestimmt nicht als Volk wiedergewählt.

Wie viele Deutsche wohl gegen ein Türenverbot auf die Straße gingen und wie viele die ihrigen aushängten, da sie nichts zu verbergen haben.

Dass Erdnüsse nicht in Wirklichkeit deformierte Käfer sind, denen man die Füße und Fühler weggeröstet hat, wie sicher ist das eigentlich?

Meine Tapeten versuchen mich zu langweilen, aber da mache ich nicht mit!

Habt ihr schon mal im Vorbeigehen gedacht: „Wow, was für ein toller Typ!“? Das war ich! Schön, euch mal getroffen zu haben.

Shakespeare und Cervantes sind beide am 23. April 1616 gestorben, aber nicht am selben Tag. In England galt noch der julianische Kalender.

In Göttingen wurde das Eroscenter in ein Studentenwohnheim umgewandelt. So groß ist hier die Wohnungsnot im Vergleich zu anderen Nöten.

Man lese auch meine Twitteretymologie zu himmelkreis in meinem Zweitblog.

„Zentrum für Kinderwunschbehandlung“. Ich glaube ja, da kriegt man 90 Minuten Kindergeschrei vorgespielt und die Behandlung ist beendet.

Ich finde, man sollte seine Haustiere siezen und sich nicht so plump über die Artengrenzen hinweg verbrüdern.

Aus meinen Tweets der 42. Kalenderwoche 2013

20.10.2013 23:59

Ich habe einen Blogbeitrag über Perfektionismus geschrieben, aber er war nicht gut genug, um ihn zu veröffentlichen.

Ich bin jemand, der sich schon auch mal hinsetzt, waagerecht nach vorn schaut und ein Glas Wasser in der Hand hält.

Die Fähigkeit, an zwei Orten gleichzeitig zu sein, habe ich seit meiner Empfängnis verloren. Sonst aber viel dazugelernt.

Dieses Buch über Quantenmechanik bestätigt mir viele Dinge, die ich schon vermutet habe, zum Beispiel, dass man von links nach rechts liest.

Ein Schild, welches Snacks statt Snack's offeriert. Wenn arbeitslose Akademiker einen Imbiss eröffnen.

Man sollte nie zu früh mit der zweiten Lebenshälfte beginnen!

Kirgisisch

19.10.2013 19:10

Guten Tag, schöne Frau, wie kann ich Ihnen helfen? Der Buchhaltungskurs ist schon zu Ende, da kämen Sie leider zu spät.

Wie bitte, Kirgisisch wollen Sie lernen? Nein, da sind Sie … doch, halt, warten Sie, natürlich sind Sie da goldrichtig. Ich war nur etwas geblendet von Ihnen, haha, selbstverständlich bin ich der Kirgisischlehrer. Ich fürchtete schon, es käme niemand in den Kurs. Ist ja auch nicht unbedingt ein Allerweltsthema.

Wissen Sie, ich mache den VHS-Unterricht nur nebenbei. Ich begleite ansonsten regelmäßig Wirtschaftsdelegationen in die Sowjetunion. Vor allem EDV-Anbieter; diese Elektronengehirne sind ja die Zukunft. In zwanzig Jahren steht auf jedem Schreibtisch so ein Gerät. Meine Frau unterrichtet auch Sprachen. Schwester! Meine Schwester, wollte ich sagen.

Dann nehmen Sie doch am besten gleich hier vorne am Pult Platz, dann brauche ich nicht so laut zu sprechen.

Also das Kirgisische … da wäre erst einmal das Alphabet. Das ist quasi wie unseres, nur ohne K.

Kirgisisch heißt auf Kirgisisch also Irgisi. Das K fällt weg und das -SCH auch, denn kirgisische Wörter sind am Ende immer drei Buchstaben kürzer. Ja, da lachen Sie jetzt – und ganz entzückend, wie ich bemerken muss – aber so sind die Kirgisen eben! In den agrargeprägten Gegenden hat man nicht so viel Zeit zum Reden, sonst bleibt die Arbeit liegen. Da fasst man sich kürzer!

Ob man da nicht diese russischen Buchstaben benutzt, meinen Sie?

Nein nein, die ganz normalen, aber mit der Besonderheit, dass es neben Groß- und Kleinbuchstaben auch Breit- und Schmalbuchstaben gibt. Letztere werden für besonders lange Wörter verwendet, damit diese nicht so viel Platz einnehmen, denn Papier ist teuer. Aber natürlich gebietet es die Höflichkeit, Anreden breit zu schreiben.

Einen Satz auf Kirgisisch wollen Sie sicher mal hören, also sage ich: „Nisi sisi bisi.“

Das bedeutet: „Ihre Nase ist süß.“ Das sagen die kirgisischen Männer zu Frauen, deren Nase süß ist. Ach, das haben Sie sich schon gedacht, wie?

Also, dann sehen wir mal weiter:

Bei den Substantiven gibt es nicht wie im Deutschen drei Geschlechter, sondern vier. Nämlich jeweils für vergebene und alleinstehende Frauen und Männer. Nur mal für ein Beispiel: Was träfe denn da auf Sie zu?

Haha, stimmt, meine Dezenz habe ich heute zu Hause gelassen.

Nette junge Frau hieße also auf Kirgisisch: „Nonni jonno fonno.“ Ja, schreiben Sie ruhig mit: „Nonno jonni fonni“.

Bei Gegenständen verwendet man diese Genera, um zwischen solchen zu unterscheiden, die jemandem gehören, oder eben nicht.

Kasus gibt es im Kirgisischen natürlich auch, und zwar den Nominativ, den Plakativ, den Insultiv und den Vielzutiv.

Den Plakativ verwendet man oft in der Werbung oder in politischen Ansprachen. Nämlich immer dann, wenn es gar nicht so sehr auf die Sache selbst ankommt, sondern ein Begriff mehr als Symbol für eine bestimmte Kategorie steht. Etwa in „Der Bürger will Sicherheit.“ oder „Sprachkurse sind gute Kennenlernorte.“

Der Insultiv macht aus jedem Wort eine Beleidigung, was sehr praktisch ist, weil man damit nicht auf wenige Tier- und Körperteilbezeichnungen festgelegt ist, wie im Deutschen. Sein Gegenpart ist der Laudativ, der aus jedem Wort eine Nettigkeit macht. So wird aus misi, was Maus bedeutet, der Insultiv misti „du alte Ratte“ oder der Laudativ misli „du kleine Maus“.

Der Vielzutiv wird für Übertreibungen benutzt, ist also eine Art irrealer Superlativ.

Bei den Zeiten gibt es neben der Gegenwart noch ein Tempus für Ereignisse, die man schon geahnt hat, und eines für Dinge, die man gerne getan hätte, zu denen einem aber der Mut fehlte.

Zum Beispiel bedeutet „Irgisi nixi“, dass ich kein Wort Kirgisisch beherrsche und „Hapa hapa nuni“, dass ich Sie jetzt gerne zum Essen einladen würde.

Verfallen

15.10.2013 14:33

Verfallenes Haus

Aus meinen Tweets der 40.-41. Kalenderwoche 2013

13.10.2013 23:59

Wisst ihr schon, was ihr nach dem Tag macht, an dem ihr das tut, was ihr immer schon mal tun wolltet?

Denksportaufgabe für Amazon: Wenn niemand angemessene Löhne zahlte, woher kämen dann die Kunden, die Geld für Bücher und Gadgets ausgeben?

BWL-Denke: Firma A und B zahlen so wenig Lohn wie möglich. Bis kein Arbeiter mehr genug Geld hat, um sich die Produkte der Firmen zu kaufen.

VWL-Denke: Firma A zahlt so viel Lohn, dass sich deren Arbeiter die Produkte der Firma B leisten können, und umgekehrt.

Vor dem eigentlichen Traum kommen bei mir immer Trailer für Träume der nächsten Woche. Und Werbung für das Eiskonfekt in meinem Kühlschrank.

Mietschuldenfreiheitsbescheinigung, Schufa-Auskunft, Einkommensnachweis … ich werde sicherheitshalber auch eine Stuhlprobe beilegen.

Ein Kinderbuch schreiben, nur um eines der Kapitel „The Piper at the Gates of Dawn“ zu nennen; derart sind die Ziele, die man haben muss.

Das gedruckte Buch hat Zukunft. Außerhalb meiner Wohnung bin ich mir da aber nicht so sicher.

Man muss hinter den Schleier aus Wörtern blicken. Leberkäse ist auch nur eine eckige Bockwurst.

Für ein Lächeln benutzt man weniger Muskeln als für ein ernstes Gesicht. Aber wer mag schon Leute, die nur aus Faulheit freundlich sind.

Aus meinen Tweets der 39. Kalenderwoche 2013

29.09.2013 23:59

Ist es nicht total cool, dass wir alle gleichzeitig leben?

Ich plane eine Seniorenpartei, die alle Krisen darauf zurückführt, dass die Kinder heute keine Gedichte mehr in der Schule auswendig lernen.

Moment mal, das ist schon das wirkliche Leben und nicht die Generalprobe? Warum erfahre ich das erst mit vierzig?

Auf meinem Grabstein soll einmal stehen: Wegen Unsterblichkeit zu verkaufen.

Merkel erfolgreich? Schröder musste nur sieben Jahre ein Praktikum als Kanzler machen, bis das erhoffte Job-Angebot aus der Wirtschaft kam.

Handelsblatt zu Gerhart Baum: „Als Innenminister standen Sie früher für Bürgerrechte.“ – Ein Satz, der seit Jahren undenkbar ist!

Wer keine Ampeln benutzt, sondern immer bei Rot geht, bekommt übrigens nicht die Steuern zurückerstattet, mit denen die angeschafft wurden.

Wie schnell so ein Kaffee doch wach macht. Wenn man ihn nicht trinkt, sondern neben dem MacBook umkippt.

Ich habe etwas Leckeres aus Lebkuchen zubereitet. Es nennt sich „Lebkuchen im Mund“ und ist eigentlich ganz einfach.

Ratte

27.09.2013 14:27

Ratte

23 Fragen

26.09.2013 17:49

… in Poesiealbum-Manier habe ich dem Cascade-Magazin beantwortet.

Aus meinen Tweets der 38. Kalenderwoche 2013

22.09.2013 23:59

Ich fühle mich immer so unmännlich, wenn mir im Baumarkt langweilig wird.

Das mit dem Recht auf einen Krippenplatz stimmt gar nicht: Ich bin mit meinen Bauklötzen und dem Teddy wieder nach Hause geschickt worden!

Gibt es den Joghurt mit der Ecke auch schon mit Röstzwiebeln?

Was stimmt eigentlich nicht mit diesen Politikern, die weder eine rote Nase noch ein Edding-Bärtchen auf ihre Plakate gemalt bekommen?

Nicht zu wählen ist wie in brennenden Häusern zu rauchen: es kratzt niemanden. Selbst wenn nur fünf Leute zur Wahl gehen würden und drei davon wählten die CDU, hätte diese die Mehrheit. Nichtwählen ist kein Protest!

Ich wünsche mir, dass die CDU von allen gewählt wird, deren Interessen sie vertritt. Dann scheitert sie nämlich an der Fünfprozenthürde.

Die Gäste behaupten, mein neuer Schokolinsenspender sei ein Kaninchen. Nasche ich eben alleine!

Am Bahnsteig nicht von anderen ins Gleis gestoßen zu werden, gibt mir ein Gefühl herzlicher Verbundenheit.

Ich bin Automatenbriefmarken-Sammler.
Es ist ein abgeschlossenes Sammelgebiet von 0,01 bis 36,75 €.

Wusstet ihr, dass Kamm ein Anagramm aus Kamm ist, wenn man die beiden M vertauscht? Na gut, ich gehe noch mal wieder ins Bett.

Gefängniswärter

17.09.2013 11:27

Ihr sitzt im Gefängnis. Wen ruft ihr in die Zelle, den schwarzhaarigen oder den rotschopfigen Wärter? Beide haben Vorzüge, der eine redet gern über Sport, der andere scherzt gern.

Natürlich keinen von beiden, denn ihr seid unschuldig! Also ist es egal, welcher Wärter besser ist, ihr ruft nach eurem Anwalt.

Die Wärter haben euch all die Jahre nicht glauben wollen, dass ihr harmlos seid, sondern immer mehr Riegel und Schlösser an eure Zellentür genagelt. Egal, welcher von beiden gerade Dienst hatte.

Zwar können euch die Wärter eure Haft kurzfristig erleichtern, aber das Wichtigste ist doch, dass ihr frei sein solltet, weil ihr nichts Unrechtes getan habt. Ihr wollt keine schönere Zelle, keinen regelmäßigen Hofgang, ihr wollt Freiheit.

Euer Anwalt ist zwar kein Fluchthelfer, sondern nur ein machtloses Männchen im schlechtsitzenden Anzug, aber er ist der Einzige, der öffentlich eure Unschuld beteuert, auch wenn sein Stimmchen leise und heiser ist. Schon die Tatsache, dass es da überhaupt jemanden gibt, der die Idee eurer Unschuld hochhält, kann dazu führen, dass auch die Wärter einmal in einem schwachen Moment diese Möglichkeit erwägen.

Ruft nicht nach den Wärtern, ruft nach eurem Anwalt. Wählt die Piratenpartei.

An fernen Gestaden

16.09.2013 11:02

Aus meinen Tweets der 37. Kalenderwoche 2013

15.09.2013 23:59

Tipp: Mal den ganzen Tag ohne Badekappe herumlaufen!

Ich habe meine Fingerabdrücke ja jetzt schon auf dem iPhone gespeichert. Erst mal abwischen.

Zur Todesstrafe gibt es wie zur Folter nur zwei Meinungen: Ja oder Nein. Wer sie vom Delikt abhängig macht, ist ein Befürworter.

Seit ich auf Geschmacksverstärker verzichte, ist mein Geschmack stärker.

Aus meinen Tweets der 34.-36. Kalenderwoche 2013

07.09.2013 19:23

Die teuersten Angestellten sind nicht die bestbezahlten, sondern die unhöflichen, denn die kosten Kunden.

Ich finde, unser Haar sollten zum Herbst hin ergrauen, im Winter ausfallen und im Frühling farbenfrisch sprießen.

„Auf Bahnfahrten hatten wir damals kaum Internet.“ wird das neue „Wir mussten in Holzschuhen 30 km zur Schule laufen.“

Internetkommentar-Lektüre legt nahe, dass bestimmte politische Meinungen verstärkt mit defizitärer Grammatik und Orthografie einhergehen.

Ich glaube, nicht der Hund, sondern der Tiefsee-Anglerfisch ist der beste Freund des Menschen. Er kann es nur nicht so zeigen.

Was andere so im Bett treiben, ist mir egal. Hauptsache, sie laden es in HD-Qualität hoch.

Ein Mann steht vor der Tür und sagt, er wohne jetzt hier, weil ich ihm eine Einzugsermächtigung erteilt habe. Man muss ja so aufpassen!

Wenn man Wurstgulasch vorwärts liest, klingt es wie „Wurstgulasch“. Das sollte einem zu denken geben!

Wollte man Sprachreiniger aller politischen Couleur gegen sich aufbringen, müsste man „Zigeunerschnitzel to go“ anbieten.

„Diese Mail darf nur auf hochwertigem Büttenpapier ausgedruckt werden.“ – Ich starte eine Qualitätsoffensive bei meiner Onlinekorrespondenz!

Zugegeben, ich nutze meine Schönheit aus. Zum Beispiel kann ich mir billige Spiegel statt teurer Bilder an die Wand hängen.

Es ist nicht Aufgabe der Konzerne, mehr Steuern zu zahlen als sie müssen, sondern Aufgabe der Staaten, mehr Steuern von ihnen zu fordern.

Die Eltern von Kaspar Hauser fanden Sicherheit wichtiger als Freiheit.